Wie man die Evolution unterstützt?!

Es ist schwer die Erinnerung an den post-industriellen, nach-Kriegs, von den Medien amerikanisierten, deutschen Citylifestyle zu erzeugen, angesichts der gartenähnlichen Landschaft hier in 'Dhobi Khola', in Nepal.

Meine Form der Wahrnehmung ist, durch das Reisen zwischen Kulturen, die Perspektive eines menschlichen Wesens, das in einem Flugzeug sitzt und einen kleinen Schimmer der Alles-Eine-Welt-Perspektive erhält, welche die Astro- und Kosmonauten in einer solch göttlichen Art erlebt haben müssen, dass viele von ihnen neues Vertrauen zu religiösen, philosophischen und spirituellen Ideen gefasst haben.

Für den wachen und offenen Menschen ist diese Erfahrung identisch mit der durch Trance erzeugten, magischen Reise des traditionellen Schamanen. Der Unterschied zur durch Medien erzeugten Film- und Fernsehreise ist die Echtheit der vollkommen, von allen Sinnen wahrgenommenen Erfahrung. Die Medien transportieren Information immer nur auf einigen wenigen Sinneskanälen. Unser Verstand tendiert dazu dies auszugleichen indem er den Wert der einzelnen Kanäle so lange anhebt, bis diese die Intensität der echten Lebenserfahrung zu erreichen scheinen. Wir täuschen uns selbst über die in Wahrheit ziemlich geringe Auflösung der von Medien transportierten Information.

Auf der anderen Seite sind wir alle nur in der Lage zu interagieren weil unser Geist ein stark entwickeltes Datenreduktionssystem, das sogenannte 'EGO' verwendet. Es arbeitet hauptsächlich um uns vor einer Datenüberflutung zu schützen, die einen Zusammenbruch jeglicher kontrollierten Handlung des menschlichen Systems zur Folge hätte. In Situationen von Angst und Stress reduziert das 'EGO' den bewusst wahrgenommenen Input auf ein Level, das einfach zu kontrollieren scheint.

Um den bewusst wahrgenommenen Input zu erhöhen brauchen wir Frieden und Konzentration. Der Lebensstil hier in den Hügeln von Nepal gewährleistet dies. Entsprechend der Friedlichkeit des 'hier und jetzt' in Nepal ist es leicht das 'EGO' zu entspannen, denn die Sinne können frei fliessen und die Mandala-artige Qualität dieses einfachen naturnahen Lebensstils erlaubt Wahrnehmung in einer Auflösung, die im westlichen, durch Medien dominierten Lebensraum nur schwer zu erreichen ist. Diese alle Sinne umfassende Wahrnehmungstiefe ist der Schlüssel zum verantwortlichen Handeln.

Wenn irgendeine 'EGO'-kontrollierte Aktion des menschlichen Wesens unseren Umweltbedingungen angemessen sein soll, muss diese in ihrem Energiebedarf und Verbrauch höchst ausgewogen sein. Aus allen unausgewogenen, da nur grob wahrgenommenen, Interaktionen mit dem natürlichen Lebensprozess erwächst die Gefahr der Verschwendung und irreparabler Schäden.

Der östliche, durch Armut ökologische, low-tech Lebensstil basiert auf hochaufgelöster Wahrnehmung gekoppelt mit geringer Selbstbewusstheit und schwacher Selbsterkenntnis. Der westliche, verschwenderische, high-tech Lebensstil basiert auf Input-Verringerung und Selbstbewusstheitszuwachs. Die erhöhte Notwendigkeit verantwortlichen Handelns, die sich aus der tieferen Selbsterkenntnis ergibt , entsteht in einer Situation der Inputreduktion. Das wirkt sich aus in rohen und tumben Handlungen, die niemals in der Lage sind Situationen dem Prozessdenken und Netzwerkbewusstsein entsprechend zu verändern.

Das Level der Aktivität in den sich entwickelnden Ländern erscheint niedrig verglichen mit unseren gewaltigen Energietransaktionen. Doch das scheint nur so weil wir ihr Leben nur in der Bandbreite unserer schon ziemlich durch Medien reduzierten Sinne wahrnehmen. Ihre Handlungen sind auf geringstem Energieniveau so vielfältig, dass wir sie kaum in all ihrer Verknüpftheit und Prozessbedeutung wahrnehmen können.

Die westliche, auf einige Sinne reduzierte, grobe Wahrnehmung führt zu Verschwendung und verringertem Umweltbewusstsein, die östliche geringe Selbsterkenntnis führt zu Überbevölkerung und schwacher Bildung. Beide kulturellen Wege erscheinen unbalanciert und im Abstieg begriffen.

Das globale 'hier und jetzt' verlangt eine schnelle Veränderung dieses Ungleichgewichts. Westliches Bewusstsein, in seiner an Angst orientierten, durch das Ego dominierten Art den Lebensprozess wahrzunehmen muss mit der östlichen, hochaufgelösten, unbewussten, am Prozess orientierten, intuitiv nachhaltigen Form des Umgangs mit der EVOLUTION moderiert werden.

Die Behauptung einer fortgeschritteneren Entwicklung, wie sie einige Gesellschaften auf diesem Planeten formulieren, scheint kleingeistig und unbefriedigend, angesichts der Grösse der menschlichen Rasse und der aus ihr resultierenden ökologischen Probleme.

Der globale Anspruch heutiger Politiker beschränkt sich meist auf protektionistische Massnahmen, die eigenen Resourcen schützen, Umweltschäden vom eigenen Land abwenden. Keiner wird die Notwendigkeit verknüpften, globalen Handelns leugnen, aber auf der anderen Seite entwickelt niemand Strategien globalen Wandels, da diese immer die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der verschiedenen Länder zu berühren scheinen. Wenn das Beharren auf dieser Unabhängigkeit in Bereichen internationaler Vernetztheit uns alle gemeinsam einem Niedergang der menschlichen Rasse entgegenführt, so ist zu überlegen ob diese Beharrung nicht genauso verrückt ist, wie die Behauptung eines Einzelnen:"Ich kann ohne andere Menschen überleben, ich kann völlig alleine leben."

So wie alle Individuen immer vom Zusammenleben mit anderen abhängig bleiben, sind auch Gesellschaften abhängig vom Austausch von Waren und Information. Wir müssen aufgeben zu denken es könne irgendeine Handlung geben, die nur für UNS, für UNSere Freunde, für UNSere Nationen nützlich wäre. All diese Handlungsformen sind nicht länger befriedigend oder genügend, sie sollten als Zerstörungen betrachtet werden.

Um Bewusstsein über das fundamentale Ungleichgewicht im Umgang des Menschen mit der Evolution zu schärfen ist es notwendig mehr Möglichkeiten zu schaffen um zwischen Kulturen und Lebensstilen zu reisen, die alle die selbe Entwicklungsgrundlage haben, unsere geliebte Heimat, unseren Mutterplaneten ERDE!

Um die Verantwortungsmöglichkeiten des Einzelnen zu erweitern ist es notwendig das internationale Währungssystem zu beenden, es muss durch eine Weltwährung ersetzt werden. Die internationalen Visaregeln müssen verändert werden, um den freien Fluss von Arbeits- und Geisteskraft und durch all dies ein schnelles Ausbalancieren dieses Ungleichgewichts zwischen menschlichem Geist, Verstand und unserer Seele zu ermöglichen.

Nur wenn wir uns alle als Brüder und Schwestern, als Angehörige derselben menschlichen Familie, als Kinder derselben Mutter empfinden, können wir prozessorientiertes, wirklich verantwortliches Handeln entwickeln, um diesen grossartigen Planeten wieder zu einer Heimat zu machen, auf die wir alle stolz sein können, und wo unsere Kindeskinder die Kultur und den Charakter der menschlichen Art weiter entwickeln.

Nepal, Dhobi Khola, 02/96, YURGAN of ProKult is thinking the 'Blue Age'


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